Den Kopfschmerzen die Stirn bieten

Symptome erkennen, Ursachen beseitigen, Anfälle vorbeugen

Veröffentlicht am 29.11.2021

Der Schädel brummt, die Stirn zieht, die Schläfen pochen. Neben Rückenschmerzen gehören Kopfschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen unserer Zeit. Fachleute unterscheiden über 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen, von denen die meisten vorübergehend und harmlos sind. Gelegentliches Kopfweh können wir problemlos selbst mit Hausmitteln und leichten Medikamenten behandeln. Tritt ein bislang unbekannter Schmerz auf oder nimmt die Frequenz oder Intensität von Kopfschmerzen stark zu, sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.

Wie entstehen Kopfschmerzen?

Auch wenn es sich für die Betroffenen oftmals so anfühlt, besteht bei Kopfschmerzen kein offensichtlicher körperlicher Schaden. Der Schmerz entsteht ausserhalb des Gehirns, denn das Gehirn selbst besitzt keine Schmerzrezeptoren. Ein zu starker Druck auf die Hirnhäute und die in ihnen verlaufenden Nervenbahnen lösen die Schmerzen aus.

Primäre und sekundäre Kopfschmerzen

Die «International Headache Society» (IHS) teilt alle Arten von Kopfschmerzen in zwei grosse Gruppen ein: die primären und die sekundären Kopfschmerzen. Primäre Kopfschmerzerkrankungen sind eigenständige Krankheiten, zu den häufigsten zählen Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerzen und Migräne. Sekundäre Kopfschmerzen sind hingegen Symptome einer anderen Grunderkrankung und machen nur etwa acht bis zehn Prozent aller Kopfschmerzformen aus.

Spannungskopfschmerzen

Die meisten aller Menschen mit (primären) Kopfschmerzen leiden unter Spannungskopfschmerzen. Diese werden überwiegend als dumpf und drückend empfunden. Bei vielen tut der gesamte Kopf weh, bei manchen schmerzt vor allem der Stirnbereich. Meist liegt eine erhöhte Anspannung der Nacken- und Kopfmuskulatur vor, woraus sich auch der Name ableitet. Ein akuter Schub dauert bei Spannungskopfschmerzen von 30 Minuten bis hin zu einigen Tagen. Bei mehr als 15 Tagen pro Monat spricht man von chronischem Spannungskopfschmerz.

Typische Auslöser
  • Stress
  • Schlafmangel
  • Fehlhaltung
  • Einseitige Belastung der Rückenmuskulatur
  • Dauersitzen am Computer
  • Bewegungsmangel
  • Hormonelle Schwankungen
  • Alkohol & Nikotin

Auch wenn sich die Beschwerden in Stärke und Auftreten individuell äussern, gibt es einige Hausmittel und natürliche Massnahmen, die Spannungskopfschmerzen lindern und idealerweise vorbeugen. Entspannung, Bewegung an der frischen Luft, physiotherapeutische Übungen, ein regelmässiger Schlaf-Wach-Rhythmus und eine ausgewogene Ernährung formen die Basis eines gesunden Lebensstils und können vorbeugend wirken. Mit kleinen Übungen kann die Nackenmuskulatur gestärkt werden, insbesondere wenn man einer sitzenden Tätigkeit nachgeht. Aus dem Bereich der Alternativmedizin bieten sich unter anderem Akupunktur und ätherische Öle (zum Beispiel Pfefferminze) an.

Cluster-Kopfschmerzen

Bei Cluster-Kopfschmerzen kommt es zu häufigen Attacken mit heftigen, immer einseitigen Kopfschmerzen im Bereich des Auges oder der Schläfe. Meist tränt zugleich das betroffene Auge, das Augenlid rötet sich, schwillt an und die Nase verstopft. Als Ursache für Cluster-Kopfschmerzen wird eine Störung im Hypothalamus vermutet. Den Namen bekamen diese Kopfschmerzen, weil sich die Beschwerden in einer bestimmten Zeit anhäufen (engl. «cluster» = Gruppe, Häufung). Der Schmerz steigert sich innerhalb weniger Minuten bis zu seinem Maximum und hält meist zwischen 15 Minuten und drei Stunden an. Danach verschwindet der Schmerz wieder und kann für Monate ausbleiben. In der Regel ist immer dieselbe Kopfseite betroffen.

Natürliche Mittel und Massnahmen, die verhindern könnten an Cluster-Kopfschmerzen zu erkranken, sind nicht bekannt. Auch rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können diese Art von Kopfschmerzen nicht lindern. Deswegen ist eine ausführliche ärztliche Diagnostik unbedingt erforderlich.

Migräne

In der Schweiz leidet jede zehnte Person an Migräne, am häufigsten betroffen sind Personen zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr. Bei Frauen tritt sie etwa doppelt so häufig auf wie bei Männern. Zu den pulsierenden Kopfschmerzattacken kommen meist Symptome wie Übelkeit, Lärm- und Lichtempfindlichkeit hinzu. Eine Attacke kann wenige Stunden bis mehrere Tage anhalten und schränkt Betroffene in ihrem Alltag massiv ein.

Typische Symptome
  • starke bis sehr starke Kopfschmerzen auf einer Kopfseite
  • die Schmerzen verschlimmern sich bei Bewegung
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Übelkeit und/oder Erbrechen
  • Appetitlosigkeit

Im akuten Migräneanfall ist eine Reihe von Medikamenten hilfreich. In erster Linie sind handelsübliche Schmerzmittel wie zum Beispiel Ibuprofen oder Paracetamol geeignet. Sie können mit Medikamenten gegen Übelkeit kombiniert werden. Bei schwereren Symptomen der Migräne können sogenannte Triptane angewandt werden. Neben der medikamentösen Migräne-Prophylaxe ist die nicht-medikamentöse Vorbeugung ein wichtiger Baustein. Oft können – wie bei Spannungskopfschmerzen – Umstellungen im Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten die Migräne-Häufigkeit deutlich reduzieren.

Wenn Sie Fragen dazu haben oder selbst seit einiger Zeit Beschwerden haben, die einfach nicht besser werden, melden Sie sich gerne bei Ihrer Praxis vor Ort. Unsere Ärztinnen und Ärzte sind jederzeit gerne für Sie da.

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